Manchmal ist da kein Gedanke.
Nur ein leises Ziehen im Raum.
🧠
In der Gedanken-WG steht dann niemand auf dem Tisch
und ruft:
„So ist es!“
Eher so ein Zögern im Flur.
Ein Blick auf die Türschilder.
Ein Schulterzucken.
Es geht um etwas, das andere benennen.
Und das sich innen nicht fest anfühlt.
Was, wenn ich mich täusche?
Der Satz taucht nicht laut auf.
Er setzt sich einfach irgendwo hin.
Wie jemand, der nicht weiß,
ob er bleiben darf.
🌿
Und dann gleich daneben, fast unverschämt ruhig:
Was, wenn es trotzdem stimmt?
Kein Drama.
Keine Entscheidung.
Nur zwei Sätze,
die sich nicht streiten wollen.
🧠
Zweifel fühlt sich manchmal sicherer an als Gewissheit.
Gewissheit macht Türen zu.
Zweifel lässt sie angelehnt.
In der WG mögen wir angelehnte Türen.
Man kann lauschen.
Oder weitergehen.
Oder einfach sitzen bleiben.
🌿
Manchmal denke ich:
Vielleicht zweifle ich,
weil ich mir selbst nicht ganz traue.
Und im nächsten Moment:
Vielleicht traue ich mir genau deshalb.
🧠
Es gibt Tage,
da fühlt sich jede Benennung zu groß an.
Zu schwer.
Zu endgültig.
Und andere,
da ist genau dieses „Vielleicht“
das Einzige,
was nicht wehtut.
🛑
Ich merke,
wie ich innerlich abbreche,
wenn jemand eine Antwort erwartet.
Als müsste ich mich festlegen
für etwas,
das sich innen noch bewegt.
Zweifel ist dann kein Problem.
Sondern Abstand.
🌿
In der Gedanken-WG fragt manchmal jemand leise:
„Müssen wir das heute wissen?“
Und meistens antwortet niemand.
Das reicht dann.
🧠
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