
In der Therapie ging es diesmal nicht um Lösungen.
Nicht um Erklärungen.
Nicht darum, etwas schnell zu reparieren.
Da war dieses Etwas.
Ein Gefühls-Mix aus verschiedenen Emotionen.
Nicht sauber trennbar.
Aber deutlich spürbar.
Es nimmt uns das Sicherheitsgefühl zu Hause.
Leise.
Schleichend.
So, dass man es oft erst merkt, wenn es schon da ist.
Unsere Therapeutin hatte eine Idee.
Nicht von uns.
Von ihr.
Aus diesem inneren Durcheinander ein Bild zu machen.
Etwas Sichtbares.
Etwas, um das man sich kümmern kann.
Ohne Analyse.
Ohne Deutung.
So ist Enzo entstanden.
Am Anfang war Enzo am Strand.
Halb im Meer.
Nur die Füße im Wasser.
Mit Abstand.
Noch überschaubar.
Enzo war nicht nass.
Nicht hilflos.
Einfach da.
Und dann kam der Moment,
in dem wir uns um Enzo kümmern sollten.
Genau da hat sich innen etwas gemeldet.
🚨 Nicht laut.
Nicht aggressiv.
Aber deutlich.
Relativ schnell wurde Enzo
von einer Welle überschwemmt.
Nicht, weil die Übung falsch war.
Nicht, weil wir unserer Therapeutin nicht vertrauen.
Das tun wir. Wirklich.
Sondern weil zwei Dinge gleichzeitig angesprungen sind:
🛑 Kontrolle abgeben.
Das fällt uns als System wahnsinnig schwer.
Etwas entstehen lassen,
ohne es steuern zu können,
ohne zu wissen, wohin es führt.
🚨 Das Unbekannte.
Etwas Neues, das von innen noch nicht als sicher eingestuft ist.
Und das Bekannte fühlt sich immer sicherer an
als etwas, das man noch nicht kennt.
Auch dann, wenn das Bekannte eigentlich schon lange nicht mehr gut tut.
Das Innen hat sich nicht gegen Enzo gewehrt.
Und auch nicht gegen die Therapeutin.
Es hat sich gegen Kontrollverlust gewehrt.
Und gegen Veränderung.
Was mich daran nervt:
Ich konnte das in der Situation nicht richtig benennen.
Nicht, weil es mir egal war.
Nicht, weil ich mich verweigern wollte.
Sondern weil in dem Moment
Schutz schneller war als Sprache.
Erst im Nachhinein wurde klar,
warum die Welle kam.
Enzo ist nicht nass geworden,
weil etwas schiefgelaufen ist.
Er wurde nass,
weil innen Alarm war.
Vielleicht ist Enzo genau deshalb wichtig.
Weil er sichtbar macht,
was sich nicht immer sofort in Worte fassen lässt.
Er ist kein therapeutisches Symbol.
Kein Trick.
Keine Übung.
Er ist ein Bild für diesen Punkt:
zwischen Vertrauen
und Angst,
zwischen Kontrolle
und Loslassen,
zwischen Bekanntem
und Unbekanntem.
Und dass sich das Innen dagegen wehrt,
macht Enzo nicht falsch.
Es macht ihn ehrlich.
Für heute reicht das.