Wir sitzen viel.
Nicht aus Ruhe.
Nicht aus Pause.
Sondern weil wir warten.
Auf Entscheidungen,
die unser Leben betreffen –
aber nicht von uns getroffen werden.
Therapie zum Beispiel
Wir haben Bedarf.
Nicht theoretisch.
Nicht irgendwann.
Jetzt.
Gut begründet.
Fachlich klar.
Lange erklärt.
Und dann passiert das hier:
Wir warten.
Auf Akten.
Auf Zuständigkeiten.
Auf Weiterleitungen.
Auf Menschen, die uns nicht kennen.
🧠 „Sie entscheiden gerade.“
🫀 „Über uns.“
Das Seltsame daran
Unser Alltag läuft weiter.
Familie.
Verantwortung.
Körper.
Symptome.
Schlaf.
Erschöpfung.
Niemand drückt auf Pause,
nur weil eine Entscheidung offen ist.
Aber wir sollen stillhalten.
🎭 „Bitte gedulden Sie sich.“
In der Gedanken-WG fühlt sich das so an
Wir sitzen da.
Bereit.
Nicht entspannt.
Nicht passiv.
Bereit, weiterzugehen.
Bereit, uns einzulassen.
Bereit, an uns zu arbeiten.
Und dürfen nicht.
Weil jemand anderes noch prüft,
ob wir das dürfen.
Therapie als Warteschleife
Therapie ist kein Luxus.
Keine Zusatzleistung.
Kein Bonus.
Therapie ist:
Stabilität.
Halt.
Alltag überhaupt möglich machen.
Und trotzdem wird sie behandelt
wie etwas, das man unterbrechen kann.
🧠 „Wir brauchen das jetzt.“
🎭 „Bitte warten.“
🫀 zieht sich zurück.
🧠 WG-Randkommentar
Warten ist auch Arbeit
🧠 „Wir sitzen nicht rum.“
🎭 „Wir warten.“
🫀 „Das kostet Kraft.“
🧠 „Andere entscheiden.“
🎭 „Über Therapie.“
🫀 „Und über unser Leben.“
🧠 „Das ist kein Leerlauf.“
🎭 „Das ist Aushalten.“
🫀 nickt müde.
Status:
Entscheidung offen.
Alltag läuft weiter.
Energieverbrauch: hoch.
Das Unsichtbare daran
Warten ist nicht neutral.
Warten macht etwas.
- Unsicherheit verstärkt Symptome
- Planung wird unmöglich
- jeder Tag ohne Entscheidung kostet Stabilität
Aber das sieht man nicht.
Man sieht nur:
„Da sitzt jemand.“
Der eigentliche Schmerz
Nicht, dass entschieden wird.
Sondern
dass wir nicht mitentscheiden dürfen.
Dass unser Leben
von Formularen abhängt.
Dass andere festlegen,
wie viel Zeit wir brauchen dürfen,
um stabil zu bleiben.
🧠 „Das ist unser Leben.“
🎭 „Aber nicht unsere Entscheidung.“
Kein Aufstand
Das hier ist kein Antrag.
Kein Vorwurf.
Kein Drama.
Es ist eine Zustandsbeschreibung.
Ein Zustand von:
- Warten
- Ausgeliefertsein
- innerer Bereitschaft ohne äußere Erlaubnis
Kein Fazit
Nur das:
Sitzen und warten
ist kein Nichtstun.
Es ist ein Zustand,
in dem sehr viel ausgehalten wird.
Während andere entscheiden,
ob wir weitermachen dürfen.
Und das verändert etwas.
Jeden Tag.